05-Transkript - Ein Übergriff aus der Sicht des Übeltäters

TRANSKRIPT • EPISODE 5

„Sicherheitsschirm“ Podcast – Abschrift

Ein Übergriff – aus der Sicht des Übeltäters

ModeratorinHallo und willkommen zu unserer heutigen tiefgehenden Analyse. Schön, dass du wieder dabei bist. Wir wollen in dieser Sendung ein sehr ernstes Thema erörtern, nämlich das Thema Überfall und Übergriff.

ModeratorMhm. Genau, das ist extrem wichtig.

ModeratorinUnd um das wirklich zu verstehen, müssen wir heute mal etwas völlig Verrücktes machen: Lass uns einfach mal die Perspektive wechseln und uns in den Kopf eines echten Übeltäters hineindenken.

ModeratorEin sehr gutes Gedankenexperiment.

ModeratorinJa, also wir versuchen mal diesen Spagat zu machen. Stell dir vor, du bist in einer fremden Stadt. Du hast absolut kein Geld mehr. Du hast wahnsinnigen Hunger und bist verzweifelt. Also kommst du auf die – na ja, leider absolut nicht gute, aber für unser Szenario jetzt mal notwendige – Idee, jemanden zu überfallen. Einfach um an Bargeld oder etwas zu essen zu kommen. Wenn wir also der Angreifer sind: Wie würden wir vorgehen?

ModeratorDas ist die entscheidende Frage. Die erste grundlegende Überlegung aus Täter-Sicht ist natürlich die Zielauswahl. Ich meine, wir würden ja unter Garantie keine Person angehen, die offensichtlich kräftiger ist als wir selbst.

ModeratorinNee, das wäre wahnsinnig riskant.

ModeratorEben. Wir würden uns absolut keinen großen, starken, muskulösen Mann aussuchen, der vielleicht noch aufmerksam durch die Gegend schaut.

ModeratorinSondern?

ModeratorSondern wir suchen uns den Weg des geringsten Widerstands: Eine eher kleinere Frau vielleicht, oder eine ältere Person, oder einen schmächtigen Mann. Das wäre die allererste Überlegung: Ein leichtes Opfer. Und vor allem würden wir jemanden auswählen, der völlig unaufmerksam und abgelenkt ist.

ModeratorinJemand, der aufs Handy starrt, zum Beispiel?

ModeratorExakt. Eine weitere Überlegung wäre dann natürlich der Tatort.

ModeratorinStimmt. Mitten auf dem Marktplatz am Tag macht das wenig Sinn.

ModeratorRichtig. Wir müssten in einer Umgebung agieren, wo uns keiner sieht, wo das Opfer mit absolut keiner Unterstützung rechnen kann.

ModeratorinDunkle Gassen, einsame Parks, sowas halt.

ModeratorGanz genau. Ein Ort, wo kein Zugriff von außen mehr besteht und man vor allem unerkannt wieder entkommen kann. Das ist dem Täter extrem wichtig.

ModeratorinUnd wie läuft dann der eigentliche Zugriff ab?

ModeratorAls Nächstes würde man sich natürlich überlegen, wie man das Opfer komplett überrumpelt, sodass es wenig bis gar keine Chancen hat, sich zu wehren.

ModeratorinAlso der Überraschungsmoment.

ModeratorJa. Das heißt, wir müssten entweder aus einem Versteck kommen – aus der völligen Dunkelheit – oder wir müssen irgendeinen ganz üblen Trick nutzen.

ModeratorinWas für einen Trick?

ModeratorWir fragen zum Beispiel ganz unschuldig nach der Uhrzeit oder nach dem Weg.

ModeratorinAh, um die Distanz zu überwinden.

ModeratorGenau. Und während die Person abgelenkt ist, schlagen wir zu. So denkt ein Täter.

ModeratorinOkay, lass uns das mal entpacken. Ich möchte einfach, dass wir durch diese Sichtweise erkennen, was wir eigentlich machen müssen, um sicher zu sein.

ModeratorJa, absolut.

ModeratorinDas Fazit ist ja eigentlich ganz klar: Ich gehe zwielichtigen Gestalten konsequent aus dem Weg. Ich gehe nicht in Umgebungen, wo es komplett einsam ist oder wo mich niemand sieht.

ModeratorRichtig.

ModeratorinWo einfach keine Hilfe da wäre. Ich meide solche gefährlichen Plätze und Orte so gut es geht.

ModeratorDas ist die absolute Basis der Prävention. Vermeidung ist immer die beste Verteidigung.

ModeratorinAber wir wissen beide, dass das im Alltag nicht immer zu hundert Prozent klappt. Manchmal ist man abends unterwegs und muss da halt durch.

ModeratorJa, das ist die Realität. Und genau hier wird es spannend. Wir stützen uns in unserer heutigen Analyse ja stark auf die Konzepte des Selbstverteidigungsexperten Robert Amper. Und da taucht immer wieder ein ganz spezielles, eigentlich alltäglich wirkendes Werkzeug auf: der Sicherheitsschirm.

ModeratorinEin faszinierendes Konzept, ja. Warum ist gerade so ein Regenschirm in unserem Täter-Szenario so wichtig?

ModeratorWeil es beim Täter, wie wir gerade beschrieben haben, um Psychologie geht. Wer aufmerksam ist und Sicherheit ausstrahlt, wird seltener als Opfer auserkoren. Wenn du diesen Sicherheitsschirm richtig in der Hand hältst, strahlst du sofort eine absolute Kontrolle aus. Das ist ein massiver psychologischer Faktor, der extrem viele Angreifer direkt abschreckt.

ModeratorinWeil du eben nicht mehr wie ein leichtes Opfer aussiehst.

ModeratorExakt. Du hältst da etwas in der Hand, das physische Präsenz zeigt.

ModeratorinAber was passiert, wenn die Abschreckung mal nicht funktioniert? Der Täter greift trotzdem an.

ModeratorDann geht es ganz schnell. Die meisten Übergriffe passieren innerhalb von Sekunden. Und häufig ist das Ziel nicht unbedingt Gewalt um der Gewalt willen, sondern es geht um Kontrolle.

ModeratorinUnd genau hier hilft Distanz wieder.

ModeratorJa. Distanz ist oft das beste Mittel, weil sie Zeit schafft. Zeit zum Weglaufen, Zeit zum Schreien, Zeit, um Hilfe zu holen.

ModeratorinLass uns zum Abschluss nochmal ein paar praktische Hinweise zusammenfassen, die jeder sofort umsetzen kann.

ModeratorSehr gerne.

ModeratorinErstens: Handy weg, Kopf hoch, Umgebung scannen.

ModeratorZweitens: Meide Orte, wo du keine Hilfe erwarten kannst. Und drittens: Wenn du dich unwohl fühlst, hör auf dein Bauchgefühl und ändere deinen Weg.

ModeratorinUnd viertens: Nutze Hilfsmittel wie den Sicherheitsschirm als Signal und als Distanzwerkzeug.

ModeratorGenau. Nicht als Aggression, sondern als Prävention und Schutz.

ModeratorinPass auf dich auf, bleib aufmerksam und sicher unterwegs!