Die 10 Sekunden, die mein Bild von Selbstverteidigung für immer verändert haben
WAS IM ERNSTFALL WIRKLICH ZÄHLT
Die 10 Sekunden, die mein Bild von Selbstschutz für immer verändert haben
Ein Erlebnis im Urlaub hat mir die Augen geöffnet – und in wenigen Sekunden gezeigt, wie groß der Unterschied zwischen Vorstellung und Realität im Selbstschutz oft ist. - Eine Warnung an alle Möchtegern-Helden.
Ich bin sportlich, halte mich fit und hatte – wie viele Menschen – die Vorstellung, dass ein paar Wochen Training im Ernstfall einen großen Unterschied machen müsste. Im Urlaub in Thailand reizte mich deshalb der Gedanke, Thaiboxen nicht nur für die Fitness, sondern auch als praktische Vorbereitung auf gefährliche Situationen kennenzulernen.
Also trainierte ich in Phuket mehrere Wochen lang in einem typischen Gym. Hartes Aufwärmen, Sandsack, Technik, 35 Grad, keine Klimaanlage, Krafttraining, unzählige Liegestütze und dazu das Tempo von Trainern, die an ein deutlich höheres Niveau gewöhnt sind als die meisten Urlauber. Nach einiger Zeit fühlte ich mich tatsächlich stärker, sicherer und innerlich ein Stück weit „bereit“.
Im Kopf hatte ich dabei auch jene Bilder, die wir aus Filmen und Serien kennen: Ein Mann wird angegriffen, steckt einen Schlag ein, fängt sich wieder, bekommt vielleicht noch einen Tritt ab – und bleibt trotzdem handlungsfähig. Vielleicht sogar überlegen und geht als „Gewinner“ vom Platz.
Genau dieses Bild ist in der Realität in sich zusammengebrochen.
Als ich zum Sparring in den Ring stieg, wollte ich herausfinden, wie sich das Gelernte bei einem massiven körperlichen Angriff bewährt. Genügend Wasser, Handschuhe, kontrollierter Rahmen – also eigentlich die bestmögliche Situation.
Mein Gegner wirkte auf den ersten Blick nicht außergewöhnlich stark oder überlegen. Und genau deshalb rechnete ich mir durchaus Chancen aus.
Das sollte sich als fatale Fehleinschätzung herausstellen.
Regeln, die es draußen nicht gibt
Viele Systeme entstehen in Strukturen: Gewichtsklassen, Trainingsregeln, klare Rollen.
Doch außerhalb davon gilt nichts davon. Keine Fairness. Keine Vorbereitung. Keine gleiche Ausgangssituation.
Und genau dort entscheidet sich, was wirklich funktioniert.
Es dauerte keine fünf Sekunden, bis mir klar wurde, dass echte körperliche Überlegenheit eine völlig andere Sprache spricht.
Ich versuchte, meinen Gegner zu treffen – aber er war wieselflink und wich blitzschnell aus. Dann kam der erste Schlag und seine Schlagkraft hat mich sogleich nachhaltig beeindruckt. Mein Kopf war sofort irritiert. Ich wollte Luft holen, mich sammeln, mich kurz sortieren – und da traf mich der nächste Hieb.
Ein Tritt gegen den Oberschenkel. Hart, direkt, schmerzhaft. Dann noch ein Schlag. Dann wieder ein Tritt, genau auf die gleiche Stelle. Es war nicht so, wie man es aus Filmen kennt. Es gab kein heroisches „Wiederaufrichten“, keine souveräne Gegenwehr, keine klare Technik mehr.
Es gab nur Schmerz, immer mehr Verwirrung und den völligen Verlust von Kontrolle.
Und noch etwas hat die Grundfesten meiner Überzeugung tief erschüttert:
Seine Schläge hatten eine ganz andere Wirkung als meine. Meine eigenen Hiebe schienen an ihm nahezu
wirkungslos abzuprallen – ich konnte keinen echten Effekt erkennen. Seine Treffer hingegen taten weh. Mit jedem Schlag mehr.
Sie nahmen mir Kraft, raubten mir Energie und brachten mich Schritt für Schritt aus dem Gleichgewicht.
Nach dem ersten Schlag dachte ich noch kurz: „Das war nicht so schlimm.“
Doch mit jeder weiteren Abfolge verschwand dieses Gefühl schnell – und ich war am Ende einfach nur erleichtert,
als die Situation vorbei war.
Ich muss besser kämpfen lernen.
Die eigentliche Erkenntnis war:
Ich darf gar nicht erst in diese Distanz geraten.
In diesem Moment wurde mir etwas klar: Ich bin kein Kämpfer.
Mir fehlt für einen wirksamen Eigenschutz die nötige Schlagkraft und die "Härte". Gravierende Schwächen, die ich nicht einfach „wegtrainieren“ kann. Was nützen mir all die Techniken, wenn seine Schläge weh tun – meine aber kaum Wirkung entfalten?
Wie viel Selbstverteidigung ist für 200 Euro möglich?
Je nach Anbieter – Verein, Kampfsportschule oder Privatlehrer – bekommen Sie für diesen Betrag:
- einige Doppelstunden mit wechselnden Trainingspartnern
- ein Wochenendseminar mit begrenzter Intensität
- oder etwa drei bis fünf Privatstunden
In Summe: oft nur 4 bis 12 Stunden.
Das entspricht in etwa einem halben Führerschein.
In einem sensiblen Bereich wie Selbstschutz ist das überschaubar.
Und dann bleibt eine entscheidende Frage:
Reicht diese dünne Grundlage im Notfall, um einen aggressiven Angreifer zu stoppen?
Meine Schlußfolgerung aus dem Thaibox-Sparring-Erlebnis:
Ich begann nach einer Lösung zu suchen, die meine Schwächen – und die der meisten Menschen – ausgleicht.
Nicht Kraft oder Technik sollten entscheiden, sondern etwas, das im Alltag wirklich funktioniert.
Genau hier entstand die Idee hinter dem Sicherheitsschirm.
Kein Hollywood. Kein Heldentum. Keine Illusion, mehrere Treffer wegstecken und dann „zurückschlagen“ zu können. Sondern ein einfaches, alltagstaugliches Mittel, das Distanz schafft, direkten Zugriff erschwert und Zeit gibt.
Solange jemand auf Abstand bleibt, ist eine Situation für einen normalen Menschen deutlich eher kontrollierbar. Sobald jemand Sie direkt greifen, schlagen oder treten kann, kippt die Lage sehr schnell.
Der Sicherheitsschirm wurde für genau diesen Gedanken entwickelt: ein extrem stabiler Regenschirm, der im Alltag nirgendwo auffällt, aber in kritischen Momenten helfen kann, Abstand aufrechtzuerhalten, Bewegungen zu blockieren und direkten Zugriff zu verhindern.
In Verbindung mit unserem Videokurs geht es deshalb auch nie darum, Menschen zu Kampfhelden zu machen. Das Ziel ist, Gefahr früher zu erkennen, kritische Situationen möglichst zu vermeiden, deeskalierend zu handeln und nur für den absoluten Notfall ein Werkzeug zu haben, das die eigene Position stärkt.
Warum Distanz für normale Menschen entscheidend ist
Es geht nicht darum, stärker zu sein – sondern darum, gar nicht erst in eine Situation zu kommen, in der Stärke entscheidet.
Zurück zu meiner Sparringserfahrung: Ich hatte Glück – es war nur ein Test, und mein Gegenüber hat die Regeln befolgt und innegehalten. In einer realen Situation gibt es diese Sicherheit nicht. Jeder von uns kennt die Bilder, wo weiter mit brutaler Gewalt auf ein bereits am Boden liegendes Opfer eingetreten wird. Ein Angriff ist schnell, chaotisch und endet oft anders, als man es sich vorstellt. Genau deshalb geht es uns nicht um „Techniken“, sondern um etwas anderes: Abstand schaffen, handlungsfähig bleiben und Situationen frühzeitig entschärfen.
Wenn Sie mehr über unseren realistischen Ansatz, Distanz, Deeskalation und die Anwendung im Alltag erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen zu unserem Videokurs.
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